Über Ehe, Partnerschaft, Sexualität und das Recht auf Glaubensfreiheit

Früher bestand kein Zweifel an der Auslegung der weltweiten Kirche zur biblischen Sicht auf die Ehe und das Zusammenleben. Heute braucht es ausführliche Erklärungen, um für denselben Standpunkt Respekt und Akzeptanz zu erhalten. Das Thema beschäftigt weiterhin viele Menschen und die Vorsteherschaft der BCC möchte deshalb unsere Sicht auf Ehe, Partnerschaft und Sexualität klarstellen.


Die Verfassung der BCC basiert auf der Bibel als einzige autoritative Schrift sowie auf der Lehre, den Werten und der Lebensführung für die ihr Begründer Johan Oscar Smith als wahrheitssuchender Christ stand. Unser übergeordnetes Ziel ist es, den Missionsauftrag Jesu auszuführen. In der Verfassung wird klar beschrieben, dass unsere Organisation dazu da ist, „den christlichen Glauben, wie er in der Glaubensgrundlage des BCC-Verbunds zum Ausdruck kommt, unter allen Menschen zu fördern und diejenigen, die es wünschen, zu lehren alles zu halten, was Jesus geboten hat.“

Der Wunsch, zu lernen, alles zu halten, was Jesus geboten hat, ist in unserer Zeit wohl immer seltener geworden. Um unseren Standpunkt zu verstehen, empfehlen wir, sich näher damit auseinanderzusetzen, was das konkret bedeutet. Es handelt sich um eine persönliche Überzeugung und einen persönlichen Glauben und die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der BCC sind in diesem Licht zu verstehen – nämlich, dass sie für diejenigen gelten, die eine innere Motivation haben, so zu leben, wie es die Bibel vorgibt.  

Es ist nicht unsere Absicht, Menschen nach ihrer sexuellen Orientierung oder Lebensform zu kategorisieren. Doch so, wie wir die Bibel verstehen, besteht kein Zweifel daran, dass der Rahmen für eine Beziehung die Ehe zwischen Mann und Frau ist. Dies war seit jeher unsere Haltung und unser Verständnis – und das ist allen bekannt, die die BCC kennen.

Auch andere sehen die Notwendigkeit, die Glaubensfreiheit und das Recht zu verteidigen, ein traditionelles Verständnis von Ehe und Zusammenleben zu vertreten. Nachdem mehrere Vertreter der Pfingstbewegung auf Formulierungen in Unterlagen der staatlichen Verwaltung zur Frage von Diskriminierung in Glaubensgemeinschaften reagiert hatten, schrieb Vebjørn Selbekk diese Woche in einem Leitartikel in „Dagen“:

In einer Gesellschaft wie der unseren haben Gemeinden das volle Recht, andere Standpunkte als die Mehrheitsmeinung zu vertreten und dafür einzutreten. Ohne solche Rechte ist man keine vollwertige Demokratie mehr. So ernst ist es tatsächlich.“

Vebjørn Selbekk

Für die BCC ist es wichtiger, dass unsere Überzeugungen mit dem übereinstimmen, was Jesus und Paulus gesagt haben, als dass sie breite Zustimmung finden. Gleichzeitig ist es uns wichtig, dass es in der Gesellschaft Raum dafür gibt, an den Geboten Jesu festzuhalten. Wir glauben, dass die Gesellschaft Christen braucht – auch jene, die weiterhin die traditionelle Auslegung dessen teilen, was die Bibel über partnerschaftliches Zusammenleben lehrt.

In den Voraussetzungen für die Mitgliedschaft wird deutlich gemacht, dass es für Menschen, deren Lebensführung oder Lehrverständnis in wesentlichen Punkten von der Glaubensgrundlage der BCC abweicht, nicht selbstverständlich ist, dass sie Mitglied unserer Freikirche sein können. Dabei geht es nicht darum, jemanden zu diskriminieren. Vielmehr möchten wir, dass diejenigen, die sich entscheiden, Teil unserer Gemeinschaft zu sein, das unterstützen und leben, was in unserer Glaubensgrundlage zum Ausdruck kommt. Nach unserem Verständnis würde die Einführung anderer Beziehungsformen – zum Beispiel unverheiratetes Zusammenleben oder homosexuelle Partnerschaften – im Widerspruch zu dem stehen, was die Bibel sagt.

Zudem finden in den Ortsgemeinden Sonntagsgottesdienste statt, zu denen alle herzlich willkommen sind. Unabhängig ob sie Mitglied sind oder nicht, können Interessierte die Verkündigung hören und prüfen, ob dies etwas für sie ist. Der Zweck dieser Zusammenkünfte ist, um es mit den Worten des Judasbrief auszudrücken, „erbaut zu werden auf unserem allerheiligsten Glauben“. Die Gottesdienste sind für die Mitglieder etwas Besonderes – ein Raum, um tiefere Einsicht und ein besseres Verständnis für das Evangelium zu gewinnen, das Jesus gebracht hat. Wir sind eine Gemeinde, in der viele persönlich zur Erbauung beitragen. Daher sollten Besucher, die keine Mitglieder sind, selbstverständlich Respekt dafür zeigen. Das heißt, dass sie sich ordentlich benehmen und die Hausordnung der Ortsgemeinde einhalten.

Wenn die Geistliche Leitung ihre Sicht auf die Ehe und das Zusammenleben darlegt, geschieht dies sowohl vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen als auch im Zusammenhang mit der laufenden organisatorischen Entwicklung innerhalb unserer Gemeinde. Als Leitung einer internationalen Gemeinde, in der über 50 % Kinder und Jugendliche sind, tragen wir eine große Verantwortung für das, was wir vermitteln. Wir erleben, dass Jugendliche Gottes Wort in seiner Klarheit hören wollen. Wenn wir weiterhin eine lebendige und gesunde Gemeinde sein wollen, glauben wir, dass es entscheidend ist, nicht an dem Fundament zu rütteln, auf dem wir stehen. Jesu Worte, das Licht der Welt und das Salz der Erde zu sein, verstehen wir als einen Auftrag, den wir ernst nehmen möchten.

Jeder hat das Recht, selbst zu entscheiden, wo er dazugehören möchte und wie er seinen Glauben ausüben möchte. Wir respektieren das Recht jedes Einzelnen, seine eigenen Überzeugungen zu haben. Diejenigen, die die Bibel und die Lehre Jesu nicht so sehen wie wir, haben viele andere Möglichkeiten, Gemeinschaft zu finden und ihren Glauben zu leben. Alle, die sich zu unserer Glaubensgrundlage bekennen und unsere Ziele unterstützen, sind herzlich willkommen, Mitglied bei uns zu sein.