Die Show hat begonnen.
Die Geschichte, der vier Kapitel in der Bibel gewidmet sind, wird nun als Musical aufgeführt. Das Publikum scheint sich von den farbenfrohen Kostümen, den eingängigen Liedern, dem Lichtspiel, der spannenden Geschichte und den Choreografien – sowohl auf der Bühne als auch von den Tänzern, die im Saal auftauchen- fesseln zu lassen. Wir sehen, wie die Welt zu Noahs Zeiten zu einem grausamen Ort geworden ist.
Eine merkwürdige Botschaft von Gott
Als Noah und seine Söhne von Gott den Auftrag bekommen, eine Arche zu bauen, ist das für alle völlig unverständlich. Doch trotz unangenehmer Erfahrungen mit Hohn und Spott entscheidet sich Noah mit seiner Familie, die Arche zu bauen, wie Gott es ihnen aufgetragen hat.

Ein Hauptdarsteller mit persönlichem Engagement für Kinder
Die Hauptrolle des Noah spielt Jostein Paulgard Østmoen (51). Er war maßgeblich an der Gestaltung des Musicals beteiligt und ist Verfasser aller Lieder. Er bringt viel Erfahrung im Inszenieren von Musicals mit und hat außerdem eine Ausbildung als Musiklehrer. Gesang und Musik sind schlicht ein wichtiger Teil seines Lebens. Als Jostein von BCC Media gefragt wurde, ob er sich beim Noah-Musical einbringen kann, hat er nicht lange gezögert und zugesagt.
Aber da ist noch etwas. Sein Engagement geht tiefer.
Jostein ist Dozent für Pädagogik in der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher. Er hat ein persönliches Interesse an Kindern und Kindheit. Er weiß: Es ist keineswegs gleichgültig, was und wie man Kindern vermittelt.
Wir sprechen mit Jostein, um mehr über seine Gedanken und den Prozess bei der Erarbeitung des Musicals zu erfahren.

Geborgenheit durch einen kindlichen Glauben, dass Gott es gut mit uns meint
Jostein erzählt, dass es ein langer Prozess mit vielen Treffen, Überlegungen und Diskussionen in der Arbeitsgruppe war, bis das Drehbuch und die Liedtexte fertiggestellt waren und die Botschaft klar herausgearbeitet war. Als die Proben begannen, mussten kleinere und größere Anpassungen vorgenommen werden, um die gewünschte Botschaft noch besser zu transportieren.
„Wir haben viel über den Kern der Noah-Geschichte diskutiert und gesprochen. Das Schöne an Noah, das er den Kindern repräsentieren soll, ist ein einfacher Glaube daran, dass es Gott gibt und dass er etwas mit uns vorhat – so wie er es in einer seiner Textzeilen sagt. Gott will uns helfen und will, dass wir mit ihm zusammenarbeiten. Noah entschied sich dafür und erlebte, dass Gott ihn und seine Familie bewahrte. Diese Geborgenheit, Gott an seiner Seite zu haben, jemanden, dem man vertrauen, an den man glauben kann – das ist die Geborgenheit, die wir den Kindern vermitteln möchten.“
Die Dramatik der Flut wird abgeschwächt
„In der Geschichte ertrinken ja alle. Das ist an sich dramatisch, schmerzhaft und schwer verständlich. Aber das ist nicht unser Fokus. Wir haben uns daher entschieden, die Dramatik rund um die Flut und die Überschwemmungen etwas abzumildern. Sie kommt vor und ist Teil des Stückes, aber währenddessen richten wir den Blick auf die sichere, gute Atmosphäre in der Arche. Es ist eine fröhliche Szene mit etwas Humor und fröhlicher Arbeit, einer guten Familienatmosphäre und Beziehungen.“
Aus dem Alltag der Kinder wiederzuerkennen
„Ein anderes Thema ist, Stellung zu beziehen und für das einzustehen, was man selbst glaubt – ohne Angst davor, dass andere anderer Meinung sind“, erklärt Østmoen.
„Es ist ja komisch, dass Noah ein Schiff mitten auf dem Land baut. Das ist eine Glaubenstat. Das verlangt ihnen einiges ab, sie müssen mutig und beherzt sein. Das brauchen auch wir im Leben. Auch Kinder müssen manchmal ein bisschen mutig und stark sein, um aufzustehen. Es gibt viele solcher Elemente, die wir etwas ausgebaut haben, damit es ansprechend und wiedererkennbar wird.“
König-der-Löwen-Stimmung
Zurück im Saal:
Die Arche ist fertig gebaut und die Bühnenshow wechselt in einen professionellen Animationsfilm, der alle Tiere zeigt, die zur Arche strömen. Unterlegt mit feierlicher, mitreißenden Filmmusik fühlt es sich für einen Moment so an, als wären wir mitten in einer Szene aus „König der Löwen“. Die Magie ist zum Greifen nah. Plötzlich kommen echte Schafe in den Saal gelaufen. Der Geräuschpegel steigt deutlich, die Kinder sind sichtlich beeindruckt. Die Begeisterung wächst noch mehr, als gleich darauf zwei Gorillas die Treppen hinunter und über das Geländer springen.
„Sind die echt?“ fragt ein aufgeregtes Kind aus der Stuhlreihe.
Das sind sie aber nicht.




Die Kinder sind hellwach und stehen von ihren Stühlen auf, um besser sehen zu können. Die magische, verzauberte Stimmung wandelt sich jetzt in Begeisterung und kindliche Freude über die Tiere.
Das Musical geht weiter: Noah und seine Familie sind nun sicher in der Arche. Hier ist die Atmosphäre gemütlich und warm. Doch sie haben auch einiges zu tun, um all die Tiere zu versorgen. Hier treffen wir unter anderem Giraffen, Nashörner und Gorillas, die gerne einmal aus ihren Ställen ausbüxen. Der humorvolle Blick auf die Szene scheint auch beim erwachsenen Publikum gut anzukommen. Die Geschichte endet mit einem glücklichen Ausgang: Die Gefahr ist vorbei, das Wasser geht zurück. Gott sendet einen Regenbogen als Zeichen seines Versprechens, dass es nie wieder so eine solche Flut auf der Erde geben wird.
Jesus ist unsere Arche
Nach dem Musical betritt ein engagierter Kinder- und Jugendarbeiter die Bühne und zeigt auf, wie das Musical verstanden auf den Alltag der Kinder übertragen werden kann: Jesus ist unsere Arche und bei ihm können wir geborgen sein, egal was um uns herum passiert. „Jesus will nun mein Bruder sein! Auch wenn‘s stürmt, bin ich nie allein. Er holt mich in die Arche rein – sicher in seinen Händen!“ singt ein vielstimmiger Kinderchor zum Abschluss. Die ziemlich komplizierte Choreografie ist gut einstudiert und die Kinder scheinen sich im Rampenlicht wohlzufühlen.



Fakten
- BCC Medias Kinderprojekt „Bible Kids“ hat sein erstes Musical produziert, in enger Zusammenarbeit mit BCC Music
- Die Konzept- und Drehbuchphase begann bereits Anfang Oktober, also neun Monate vor der Aufführung
- Insgesamt wurden etwa 3.400 Stunden ehrenamtlich gearbeitet
- Bei der Aufführung sind mit Schauspielern, Bühnenteam, Kinderchor, Dolmetscher sowie Ton- Licht- und Backstage-Team 180 Personen im Einsatz.